Mit großer Spannung starteten die Herforder Lateinformationen am vergangenen Samstag in die neue Saison der Regionalliga West Latein. Nach dem Abstieg des A-Teams aus der zweiten Bundesliga und dem gleichzeitigen Aufstieg des B-Teams aus der Landesliga treten in dieser Saison erstmals beide Herforder Mannschaften gemeinsam in einer Liga an.
Zum Saisonauftakt reiste der gesamte Herforder Tross gemeinsam mit dem Bus ins westmünsterländische Borken. Sieben Teams kämpfen in der Regionalliga um die begehrten Plätze: Nach insgesamt fünf Turnieren steigen die beiden bestplatzierten Mannschaften in die zweite Bundesliga auf, während der siebte Platz den Abstieg in die Landesliga bedeutet.
Gerade das erste Turnier einer Saison gilt als besonders richtungsweisend, da die Leistungsstärke der Konkurrenz im Vorfeld nur schwer einzuschätzen ist. Bereits in der Vorrunde zeigte sich, dass die Leistungsdichte in dieser Saison außergewöhnlich hoch ist. Beide Herforder Teams präsentierten sich stark. Während das A-Team souverän das große Finale erreichte, verpasste das B-Team dieses nur knapp und musste sich im kleinen Finale mit der Konkurrenz aus Aachen messen.
Eine besondere Herausforderung stellte in dieser Saison das neue Wertungssystem dar, das im gesamten Ligabetrieb an die internationalen Standards des Weltverbandes angepasst wurde. Erstmals bewerten sechs Wertungsrichter die Formationen. Drei von ihnen stehen erhöht an der Fläche und beurteilen die Bereiche „Team Skills“ sowie „Choreography and Presentation“. Die weiteren drei Wertungsrichter sitzen direkt an der Fläche und bewerten „Technical Quality“ sowie „Movement to Music“. Bei einem Gleichstand werden die Wertungen der an der Fläche sitzenden Wertungsrichter stärker gewichtet. Die Auswirkungen dieser Umstellung wurden von allen Teams mit Spannung erwartet.
Für das Herforder B-Team machte sich das neue System direkt bemerkbar. Im kleinen Finale erhielten sie die Wertung 776 667 – exakt dieselbe Wertung wie das Team aus Aachen. Da Aachen in den Bereichen technische Qualität und Bewegung zur Musik besser bewertet wurde, belegte das Aachener Team den sechsten Platz, während Herford auf Rang sieben landete.
Im großen Finale zeigte sich eindrucksvoll, wie eng die Teams beieinander lagen. Teilweise reichten die Wertungen einzelner Mannschaften von Platz eins bis fünf. Entsprechend groß war die Spannung, als die Wertungstafeln hochgehalten wurden. Erst in der Endabrechnung stand fest: Der Turniersieg ging knapp an das A-Team des Royal Dance Niederrhein, vor dem A-Team des Grün-Gold TTC Herford. Damit liegen die Herforder voll auf Kurs in Richtung „direkter Wiederaufstieg“.
„Wir sind als Trainerteam sehr zufrieden mit der Leistung des A-Teams. Sie konnten ihre Trainingsleistung abrufen. Gleichzeitig wissen wir genau, wo wir in den drei Wochen bis zum nächsten Turnier noch optimieren können. In Münster werden wir definitiv angreifen“, erklärte Markus Redecker, Cheftrainer des A-Teams und erster Vorsitzender des Grün-Gold TTC Herford.
Für zusätzliche emotionale Momente sorgten zwei Jubiläen bei der Siegerehrung: Johannes Wolf absolvierte sein 50. Formationsturnier, André Wachenfeld sogar bereits sein 90. Turnier. Diese besonderen Meilensteine wurden traditionell von der Mannschaft gebührend gefeiert.
Ein besonderes Highlight der Saison steht bereits fest: Am 28. Februar findet das Herforder Tanzsportwochenende statt. Vor heimischem Publikum wollen die Herforder Lateinformationen erneut angreifen und dann am liebsten in der Ligatabelle ganz oben stehen. Tickets sind im Vorverkauf über den Verein sowie an der Tageskasse erhältlich.