Stark auf internationalem Parkett: Noltes erreichen EM-Halbfinale in Spanien

Der Grün-Gold TTC Herford kann auf ein weiteres internationales Highlight zurückblicken: Rainer und Sabine Nolte vertraten den Verein bei der WDSF-Europameisterschaft Senioren III Standard im spanischen Cambrils und lieferten nicht nur tänzerisch, sondern auch abseits der Fläche eine Geschichte voller Eindrücke, Überraschungen und Emotionen.

Nur sechs Tage nach ihrem Start in Blackpool stand für das Herforder Paar bereits das nächste Großereignis an. „Das war schon ein strammes Programm“, berichten die beiden, die sich dennoch hochmotiviert auf den Weg an die Costa Daurada machten. Der charmante Küstenort Cambrils, rund 120 Kilometer südwestlich von Barcelona gelegen, empfing sie mit mediterranem Flair, Geschichte und ungewöhnlichen Begegnungen.

Bei einem Spaziergang durch den Parc del Pescador wurden sie plötzlich von einem seltsamen Geräusch überrascht. „Wir haben uns gewundert, wo dieses Schnarren herkommt“, erzählen sie. „Und dann entdeckten wir einen Papagei und kurz darauf ganz viele! Offenbar leben dort tatsächlich zahlreiche Papageien in freier Wildbahn.“

Auch die Anreise hielt besondere Momente bereit. Vom Flughafen Weeze ging es mit dem Flugzeug nach Reus. Dort erwartete sie ein eher ungewöhnlicher Empfang: „Der Flughafen ist so klein, dass wir einfach zu Fuß über das Rollfeld ins Terminal gelaufen sind. Alle Passagiere zusammen, begleitet von zwei Aufpassern. Das kannten wir so auch noch nicht!“ schmunzeln die Noltes.

Die ersten Tage nutzten Rainer und Sabine Nolte, um die Umgebung zu erkunden. Fischereihafen, Altstadt und die Promenade boten bei angenehmen 23 Grad beste Bedingungen zur Erholung. „Das war einfach herrlich. Sonne, Meer und eine wunderschöne Atmosphäre“, schwärmen sie.

Am Karfreitag wurde es dann ernst. Im modernen Sportkomplex „Cambrils Esport“, nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt, trafen 57 Paare aus ganz Europa aufeinander, darunter 19 aus Deutschland. Auf Grund der Reisestrapazen der vergangenen Wochen brauchten die Noltes etwas, um in den Wettkampf zu finden. „Die ersten beiden Runden fühlten sich noch etwas zäh an“, geben sie zu. „Und der Boden, dünnes Laminat auf Stein, hat Muskeln und Sehnen zusätzlich gefordert.“

Doch mit jeder Runde steigerten sie sich. Spätestens im Viertelfinale waren sie voll im Turnier angekommen. „Da waren wir richtig hochgefahren“, berichten sie. Der Lohn: der Einzug ins Semifinale. Dieses hatte es allerdings in sich. Aufgrund eines ungewöhnlichen Punktegleichstands lagen gleich sechs Paare auf Rang zwölf. So wurde ein Semifinale mit 17 Paaren ausgetragen. „Wir haben uns alle gefragt, ob die Regeln das überhaupt hergeben“, erzählen die beiden lachend. „Aber es war natürlich spannend!“

Am Ende erreichten Rainer und Sabine Nolte den 12. Platz, ein klarer Halbfinalrang bei einer Europameisterschaft. „Damit sind wir wirklich sehr zufrieden“, ziehen sie ein positives Fazit.

Doch auch die Rückreise sollte noch eine unerwartete Wendung bereithalten. Nach der späten Landung in Weeze und einer Übernachtung in Flughafennähe streikte plötzlich der Wagen. „Der Anlasser wollte einfach nicht mehr“, berichten sie. „Eigentlich wollten wir am Sonntag mit unseren Kindern Ostern feiern.“ Dank schneller Hilfe gelang dennoch die Heimreise: „Der ADAC und Sixt haben mitten in der Nacht einen Ersatzwagen organisiert. So konnten wir am Ostersonntagmorgen tatsächlich nach Hause fahren. Das war großartig!“

Mit vielen Eindrücken, einem starken sportlichen Ergebnis und einer gehörigen Portion Abenteuer im Gepäck kehrten Rainer und Sabine Nolte schließlich nach Herford zurück und zeigten einmal mehr, dass sie auch auf internationalem Parkett zur Spitze gehören.