Eine lange Anreise, ein neues Turnierkleid, starke internationale Konkurrenz und eine persönliche Bestleistung: Für Birgit und Ian McColl vom Grün-Gold TTC Herford wurde die Weltmeisterschaft der Senioren IV in Elblag zu einem besonderen Erlebnis. Am 22. Oktober 2026 gingen insgesamt 105 Paare aus aller Welt bei der WM im Rahmen des 26. Baltic Cups in Polen an den Start.
Bereits im Vorjahr hatten Birgit und Ian McColl an der Weltmeisterschaft in Elblag teilgenommen, damals noch in der Altersgruppe Senioren III. Da ihnen der Veranstaltungsort und die Organisation bereits bekannt waren, fiel die Entscheidung leicht, auch in diesem Jahr die rund 1.000 Kilometer lange Reise nach Polen anzutreten. Bereits am Mittwoch machten sich die beiden mit ihrem Elektrofahrzeug auf den Weg. Doch Dauerregen und zahlreiche Ladestopps machten die Anreise nicht gerade zu einer entspannten Angelegenheit. Erst 24 Stunden später konnten sie endlich ihr bereits aus dem Vorjahr bekanntes Apartment in der schönen Altstadt von Elblag beziehen.
Am Turniertag hieß es früh aufstehen. Bereits um 6 Uhr klingelte der Wecker. Drei Stunden blieben für Frühstück, Make-up, Hairstyling und die Anreise zur Sporthalle. Dort warteten zunächst das Einchecken, die Startnummernausgabe und die Suche nach einem geeigneten Platz zum Umziehen. Bei 105 gemeldeten Paaren und zahlreichen weiteren Turnierteilnehmenden keine ganz einfache Aufgabe. Für Birgit gab es noch eine besondere Premiere: Ihr neues Turnierkleid sollte bei dieser Weltmeisterschaft erstmals zum Einsatz kommen.
Um 11:05 Uhr wurde das neunköpfige internationale Wertungsgericht vorgestellt, anschließend begann das Turnier. Die 105 Paare traten in Gruppen von jeweils zehn oder elf Paaren auf die Fläche. In der Vorrunde standen die Tänze Langsamer Walzer, Tango, Slowfox und Quickstep auf dem Programm. Aus Zeitgründen wurde auf den Wiener Walzer verzichtet.
Für Birgit und Ian war es ein besonderes Erlebnis, sich mit den weltbesten Paaren ihrer Altersklasse auf der Fläche zu messen. Nach der Vorrunde waren beide mit ihrer tänzerischen Leistung sehr zufrieden, auch ohne das Ergebnis bereits zu kennen. Die offizielle Wertung bestätigte anschließend ihr gutes Gefühl. Von maximal 36 möglichen Kreuzen des neunköpfigen Wertungsgerichts erhielten die beiden 34 Kreuze.
Ian freute sich besonders über dieses Ergebnis: „Das war bislang die beste Vorrunde, die wir in einem internationalen Turnier und sogar in einer WM erzielt haben.“ Für das Herforder Paar eine schöne Bestätigung, dass sich das intensive und kontinuierliche Training der vergangenen Monate ausgezahlt hat.
In der zweiten Runde wurde das Feld weiter ausgedünnt. Von den verbliebenen 96 Paaren qualifizierten sich 48 für die nächste Runde. Auch in dieser Runde standen wieder nur vier Tänze auf dem Programm, wobei der Quickstep ausgelassen wurde. Obwohl Birgit und Ian einige ihnen bekannte Paare, die bei anderen Turnieren häufig vor ihnen platziert sind, hinter sich lassen konnten, reichte es in dem starken internationalen Teilnehmerfeld am Ende für Platz 79.
Der Turniertag klang für die beiden Herforder mit einer festlichen Präsentation der teilnehmenden Nationen sowie dem Ablegen der Eide des Wertungsgerichts und der Sportlerinnen und Sportler aus.
Doch damit war das tänzerische Wochenende für Birgit und Ian noch nicht beendet. Aus Spaß nutzten sie am folgenden Tag die Gelegenheit, zusätzlich bei einem internationalen WDSF-Turnier ihrer Altersklasse an den Start zu gehen. Dieses beendeten sie auf Platz 49 von 60 Paaren.
Auch abseits des Tanzparketts gab es noch einiges zu entdecken. Bei strahlendem Sonnenschein stand am Nachmittag eine Besichtigung der historischen Stadt Danzig auf dem Programm, bevor am nächsten Tag die lange Rückreise nach Herford angetreten wurde.
Das Fazit der beiden fällt rundum positiv aus. „Die Reise nach Polen hat viel Spaß gemacht, neue tänzerische Erkenntnisse gebracht und sogar neue Freundschaften entstehen lassen. Besonders die persönliche Bestleistung in der WM-Vorrunde dürfte ihnen dabei in Erinnerung bleiben“, resümieren Ian und Birgit.
Und die Vorfreude auf das nächste internationale Highlight ist bereits geweckt. Birgit und Ian blicken optimistisch nach vorne: „Wir freuen uns auf die WM im nächsten Jahr!“